Für einen Profi-Sportler ist es besonders tragisch, wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Vielfach hat er nichts anderes gelernt und steht, sobald der Arzt das Ende seiner Karriere besiegelt hat, mit leeren Händen da. Die gesamte Existenzgrundlage ist auf einen Schlag zunichte. Und längst nicht jeder verdient während seiner vergleichsweise kurzen Laufbahn so viel, dass er größere Rücklagen bilden kann.

Dabei ist es durchaus realistisch, dass ein Sportler so schwer verletzt wird, dass er berufsunfähig wird. Selbstverständlich kann ihn auch eine schwere Krankheit befallen. Und dem psychischen Druck, dem der Profi ununterbrochen ausgesetzt ist, kann ebenfalls nicht jeder standhalten.

Berufsunfähigkeitsversicherung – absolutes Muss für jeden Profi-Sportler

Wer als Profi-Sportler nicht plötzlich ohne seine Existenzgrundlage dastehen will, muss zwingend eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Sie bezahlt, sobald der Arzt das Karriere-Ende festgestellt hat, die vertraglich vereinbarte Summe als Ganzes aus. Als sportunfähig gilt jemand, der mindestens 12 Monate durchgehend weder trainieren noch seinen Sport in Wettkämpfen ausüben kann. Und eine Besserung darf nicht in Aussicht stehen. Dabei spielen die Ursachen für die Sportunfähigkeit keine Rolle. Sie kann ebenso durch einen Unfall wie eine schwere körperliche oder psychische Erkrankung hervorgerufen worden sein.

Die Sportunfähigkeitsversicherung unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der privaten Unfallversicherung. Denn deren Leistungen richten sich nach der sogenannten Gliedertaxe. Das bedeutet: Wer sich eine so schwere Verletzung zuzieht, dass er etwa einen Finger nicht mehr bewegen kann oder auf einem Auge erblindet, kann nur mit einem Teil der Gesamtsumme rechnen. Dass diese nicht ausreicht, um das weitere Leben des ehemaligen Profis zu sichern, liegt auf der Hand. Auch die gesetzliche Unfallversicherung genügt für den Berufssportler nicht. Gewiss, der Profi-Fußballer etwa ist als Angestellter seines Vereins Mitglied in der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG). Aber die nach der Sportinvalidität gezahlte Rente fällt eher bescheiden aus. Eigen ist diesen beiden Absicherungen, dass sie lediglich nach einem Unfall zum Tragen kommen, nicht aber beim Karriere-Aus wegen einer Erkrankung.

Gewisse Fallstricke in den Versicherungspolicen

Wer als Profi-Sportler eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte die AGB genau prüfen, besser noch: Einen erfahrenen Versicherungsmakler zurate ziehen.

Dabei spielen die vorausgegangenen Verletzungen eine wesentliche Rolle. Die meisten Versicherer schließen die entsprechenden Risiken schlicht aus. Das ist selbstverständlich sehr ungünstig für den Sportler, weil es durchaus denkbar ist, dass er sich an eben derselben Stelle wie kurz zuvor erneut verletzt, was letztlich zum Karriere-Ende führen kann. Das gilt gleichermaßen für Vorerkrankungen. Auch sie können später das berufliche Aus bedeuten. Sind die Punkte jedoch aus den Leistungen ausgeklammert, steht der Sportler im Ernstfall mit leeren Händen da.

Daher ist es wichtig, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorzulegen. Der Arzt stellt sie aus und bestätigt darin die Profitauglichkeit des Sportlers.

Nicht vergessen: Alle Zusatzvereinbarungen schriftlich im Vertrag festhalten!

Weitere Fragen sind vor Abschluss des Versicherungsvertrags zu klären. So etwa die, ob vor der Vertragsverlängerung eines Fußballers bei seinem Verein eine erneute gründliche Gesundheitsprüfung verlangt wird. Auch die Frage nach der Zeitspanne ist entscheidend. Wie viel Zeit also muss nach dem Eintritt der bleibenden Beeinträchtigung vergehen, bis die endgültige Sportunfähigkeit angenommen wird?

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